Wie man Wein beschreibt

Bleiben wir unbestimmt und romantisch


Wie bei den meisten angenehmen Dingen des Lebens ist das Wichtigste der Reiz des Ungewissen, das Zufallselement. Wenn Sie einmal einen wirklichen Volltreffer haben, dann ist das der richtige Moment, um diese komischen Adjektive an den Mann zu bringen. Natürlich kann die Weinsprache übertrieben begeistert klingen, aber sie ist gut gemeint, wird von Leidenschaft und Liebe befeuert und kann oft Heiterkeit und Glücksgefühle hervorrufen. Und genau darum geht es beim Wein. Andererseits gibt es Menschen, die lieber vernünftig bleiben. Für sie haben wir deshalb hier ein Glossar mit einigen der am häufigsten verwendeten "sinnvollen" Ausdrücke.

Abgang

Der letzte Eindruck, den ein Wein hinterlässt, nachdem man ihn hinuntergeschluckt hat. Je länger er anhält und je angenehmer er ist, desto besser. Einige Weine können einen minutenlangen Nachgeschmack haben; deshalb lohnt es sich, wenn man sich darauf konzentriert.

Antrunk

Der allererste Eindruck, den ein Wein erweckt, wenn man ihn in den Mund nimmt (ausser dass er flüssig ist). Ein Wein, der keinen solchen ersten Eindruck hinterlässt, wirkt "schlaff" oder leicht.

Ausgewogenheit

Die "Bevölkerungsstatistik" des Weins. Frucht, Säure, Süsse, Alkohol und Tannine (siehe unten) sollten in einem angenehmen Verhältnis zueinander stehen. Ob ein Muscadet wie eine Kate Moss oder ein fassgereifter Chardonnay wie eine Dolly Parton proportioniert ist – entscheidend ist immer die Ausgewogenheit.

Komplex

Wenn ein Wein Sie dazu anregt, viele Wörter zu verwenden, dann ist er komplex. (Schlichte, simple Weine inspirieren selten zu ausführlichen Beschreibungen.) Komplexität ist charakteristisch für gut bereitete Weine von guter Qualität.

Lebhaft

Das Gegenteil von samtig: jede Menge jugendliche Noten von reifen Früchten, die auf der Zunge "prickeln". Dagegen lässt sich nichts einwenden – tatsächlich ist es oft genau das Richtige für einen Wein!

Rauchig

Eine aromatisches Merkmal, das manchmal von der Traubensorte selbst herrührt – oder bisweilen vom Boden (vor allem in Südfrankreich, wo Wildkräuter wachsen). Auch Eichenholz kann ein angenehm rauchiges Aroma bewirken. Traditionell "toasten" Küfer ihre Fässer über offenem Feuer, um diese begehrte aromatische Note zu erreichen.

Reif

Nicht notwendigerweise lange gereift, aber schon jetzt trinkreif. Die meisten Weine im modernen Stil brauchen nicht Jahre, um reif zu werden.

Samtig

Eine Eigenschaft, die fast ausschliesslich Rotweine haben und die oft mit Reife verbunden ist. Es bedeutet, dass ein Wein am Gaumen weich und sanft ist.

Tannine

Rufen bei manchen Rotweinen jene pelzige, den Gaumen austrocknende Wirkung hervor. Aber solange auch viel Fruchtigkeit vorhanden ist, um das auszugleichen, ist das kein Problem. Tannine, die während der Maischegärung aus den Traubenschalen extrahiert werden, sind wichtig für Rotweine, die für eine lange Lagerung bestimmt sind. Wenn der Wein reift, werden sie milder.

Vollmundig

Das hat nichts damit zu tun, ob Sie mit einem einzigen Schluck Wein den ganzen Mund ausfüllen, sondern mit der Reichhaltigkeit und Konzentration seines Geschmacks.

Würzig

Beschreibt eher einen leckeren als fruchtigen Geschmack. Australischer Shiraz hat oft eine würzige oder pfeffrige Note. Das gilt auch für Weine von der Grenache-Traube und eigentlich für die meisten im Eichenfass gereiften Weine. Vor allem amerikanische Eiche verleiht dem Wein einen kräftigen, würzigen Charakter.

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