Korken

Seien wir einmal ehrlich: Korken sind für die meisten Weine nicht unbedingt notwendig – möglicherweise nur für jene ehrwürdigen Flaschen, die man zehn Jahre oder noch länger aufheben möchte. Die meisten sollte man lieber mit einem Schraubverschluss ausstatten. Aber Korken machen den Wein zu etwas ganz Besonderem – sie gehören zu einer romantischen Stimmung, wenn man einen geliebten Menschen umwirbt und feierlich eine Flasche Wein entkorkt.

Doch Korken bringen manchmal einen unerwünschten modrigen Geruch mit sich, der einen Wein verdirbt. Deshalb wurden grosse Forschungsanstrengungen unternommen, einen Ersatz dafür zu finden. Man hat Fortschritte erzielt, sodass Sie von Zeit zu Zeit vielleicht auf einen Kunststoffkorken oder sogar auf einen Schraibverschluss stossen, die selbst bei sehr teuren Weinen immer populärer werden. Zwar sind sie völlig unromantisch, aber dafür kann der Wein auch nicht durch Korkgeschmack ruiniert werden.

Sowohl für echte als auch für synthetische Korken braucht man unbedingt einen guten Korkenzieher. Mit einem Schlechten reisst man in der Mitte des Korkens ein Loch heraus und kann sich noch dazu an der Hand verletzen. Woran erkennt man einen Guten? Man muss ihn sicher und bequem halten können. Und er muss auf den Rand des Flaschenhalses einen Gegendruck ausüben. Zudem sollte die Spirale im Zentrum einen Hohlraum zwischen den Windungen bilden (die sogenannte Seele). Das bekannte zusammenklappbare Kellnermesser, das auch als "Kellnerfreund" bezeichnet wird, ist oft der einfachste und praktischste Korkenzieher, den man schnell bei der Hand hat.

Flaschenkapseln sollte man ganz entfernen. Nichts ruiniert den Anblick eines Weins mehr als eine Kapsel mit zerfetzten Rändern, durch die der Korken hindurchgedrückt worden ist. Um so etwas zu vermeiden, sollte man die Kapsel direkt unterhalb des Flaschenwulstes kreisförmig abschneiden und entfernen (auch dafür eignet sich ein "Kellnerfreund"). Hat sich darunter Schimmel gebildet, dann reinigt man den Flaschenhals und kümmert sich nicht weiter darum!

Beim Öffnen von Schaumwein lassen Rennfahrer die Korken ausgelassen knallen. Doch wenn man möchte, dass der Inhalt zunächst in der Flasche bleibt, sollte man die folgenden einfachen Regeln befolgen:

Der Wein sollte gut gekühlt sein und nicht geschüttelt werden – er schmeckt dann besser und schäumt nicht über.
Sobald Sie den Drahtkorb entfernt haben, müssen Sie die ganze Zeit über den Korken mit dem Daumen festhalten und dürfen die Flasche niemals auf etwas Wertvolles oder auf eine Person richten.
Drehen Sie die Flasche und nicht den Korken und ziehen Sie ihn langsam heraus, sodass es beim Öffnen ein leises Geräusch, aber keinen lauten Knall gibt.
Um die Flasche stilvoll zu servieren, sollten Sie zum Schluss Ihren Daumen in die Einbuchtung im Flaschenboden legen und behutsam einschenken.

Beat Koelliker's Weinempfehlung