Trubstoffe in der Flasche
Weinkristalle
Weinkristalle sind normalerweise kein Problem. Aber es gibt hierbei einen Grundsatzstreit. Wein enthält von Natur aus Trubstoffe. Bestandteile der Trauben. Sie werden im Verlauf der Weinbereitung entfernt. Aber mit dem Teilchen, das entfernt wird, geht auch ein Teil des Geschmacks verloren. Kunden bevorzugen in der Regel klare Weine ohne Trubstoffe. Sie können erkennen, dass uns das ein wenig in eine Zwickmühle bringt. Damit jede Flasche Wein möglichst aromatisch schmeckt, müssen wir vereinzelte Schwebstoffe in Kauf nehmen. Aber probieren Sie den Wein, und Sie werden einsehen, dass sich die gelegentlichen Trubstoffe lohnen!
"An meinem Korken befindet sich Zucker"
ist eine häufige Klage. Nein, das sind keine Zuckerkristalle, sondern Kristalle der Weinsäure, die man als "Weinstein" bezeichnet. Insbesondere bei deutschen Weinen, deren feine Säure zur Bildung dieser Kristalle führt. Sie sehen wie Zucker aus, schmecken aber nicht so. Weintrinker sollten sich dadurch nicht beunruhigen lassen. Sie sind ein Zeichen für eine gute Qualität und für Weine, die eine perfekte Reife und eine gute Fruchtsäure besitzen. Weinsäure kommt von Natur aus in allen Weinen vor. Man kann sie entfernen, aber das nimmt dem Wein auch viel von seinem Geschmack. Deshalb vermeiden wir und die gewissenhaftesten Weinerzeuger eine solche Entsäuerung. Auskristallisierte Weinsäure setzt sich manchmal im Glas, am Korken oder am Flaschenboden als Niederschlag ab, aber die Kristalle sind harmlos und ohne Geschmack. Beim Einschenken sollten Sie nur vorsichtig sein und sich ansonsten darüber freuen, dass Sie einen guten, naturbelassenen Wein trinken.
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BodensatzBodensatz ist bei einem Wein nie ein Fehler. Daran erkennt man einen mutigen Weinmacher, der sich weigert, die natürliche Zusammensetzung seines Weins nur deshalb zu verändern, weil einige Supermärkte die Kosten und den Zeitaufwand scheuen, ihren Kunden zu erklären, warum sich im Wein ein Bodensatz gebildet hat. Echter Wein ist ein Vergnügen. Denken Sie daran, dass – ob es Ihnen gefällt oder nicht – Wein zu rund 12 % aus Alkohol, zu 80 % aus Wasser sowie aus einer winzigen Menge sogenannten "Trockenextrakts" besteht, der für die gesamte Aromatik und für den ganzen Geschmack verantwortlich ist. Er ist die Ursache für die ganze Schwärmerei und dafür, dass Bücher darüber geschrieben, Prozesse vor Gericht ausgefochten und Vermögen verloren werden. Wenn man das gesamte Wasser und den Alkohol wegnimmt, bleibt etwas zurück, das wie Bodensatz ausschaut. Sollen wir somit diesen Bodensatz unbedingt entfernen? Wir lieben eine alte Flasche Hermitage oder Châteauneuf, bei der die ganze Innenwandung mit Weinsteinkristallen überzogen ist – das ist ein unverfälschter Wein!
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